Ihr habt was verpasst!

Letzten Freitag ertönte der Startschuss für unsere aufregende, informative und beliebte Online Session mit Katharina. Einmal im Quartal wird euch Katharina nämlich von nun an über aktuelle Geschehnisse und Trends im Ausbildungsalltag informieren und mit euch GEMEINSAM die daraus entstehenden Schwierigkeiten und Chancen offen diskutieren. Mit Hilfe eines kleinen Impulsvortrages und einem offenen Austausch unter den Teilnehmern, wurde effektiv und motiviert nach einer Lösung für die aktuellen Probleme gesucht.

Die erste Frage, die sich natürlich stellt, wenn man über das Thema Ausbildung und Zukunft im Zusammenhang nachdenkt, ist schnell klar: In welche Richtung wird sich die Wirtschaft in den nächsten 5 oder 10 Jahren entwickeln? Welche Aspekte und Themen werden besonders wichtig sein für Ausbildungsverantwortliche? All diese Fragen ergeben sich, da sich die Trends in der Arbeitswelt grundlegend verändert haben und weiter verändern werden.

Das wohl interessanteste und wichtigste Thema in der heutigen Arbeitswelt ist der Begriff der Individualisierung. Nichts steht heute mehr im Vordergrund als die Selbstverwirklichung. Wer bin ich? Wo liegen meine Stärken? Wo liegen meine Schwächen? Passt mein Beruf zu meinem Lebensstil? Fragen über Fragen, die vor 30 oder 50 Jahren noch komplett irrelevant im Arbeitsalltag waren. Gehorsam, Loyalität und Verbindlichkeit waren damals die wichtigsten Werte überhaupt, die man als Arbeitnehmer mit sich bringen sollte. Man lebte eben um zu arbeiten. Punkt.

Doch durch die sozialen Medien, das Internet und immer neue Technologien drehten sich die Ansprüche von Arbeitnehmern an den Arbeitsplatz um 180 Grad. Heute steht die Work-Life-Balance an erster Stelle. Flexibilität wird großgeschrieben. Das Ziel für die Millennials oder die Generation Z besteht darin zu arbeiten, um gut leben zu können. Nichts ist wichtiger als die Freizeit und die Freiheit sich selbst zu entfachen. Die Leidenschaften und Träume in voller Größe auszukosten.

Dennoch fordern nicht nur die jungen Generationen die Arbeitgeber heraus, sondern auch die älteren Mitarbeiter. Die sogenannte „Silver Society“. Es ist enorm wichtig, dass für diese Mitarbeiter ein gesunder Mittelweg gefunden wird, der den digitalen Arbeitsplatz mit dem Realen vereint. Trotz häufiger Überforderung mit der Digitalisierung, ist es von großer Bedeutung, ihr Potenzial zu erkennen und in ihnen die Neugierde zu wecken. Denn eins ist klar: um einen lebenslangen Lernprozess wird wohl keiner von uns drum herumkommen.

Im Gegensatz zu all diesen Veränderungen, scheint sich die betriebliche Ausbildung leider immer noch auf der Stelle zu bewegen. Der starke Fokus auf das Fachliche und die deutlichen Unterschiede zwischen Lerninhalten von Ausbildung und Studium (z.B. in Bezug auf Führungsfähigkeiten/Management), passen nicht wirklich zu den heutigen Werten der Arbeitswelt. Trotz unzähliger beruflicher Möglichkeiten und Richtungen, ist eine Ausbildung leider immer noch darauf fokussiert, aus den Auszubildenen Angestellte zu machen und nicht mehr. Eine Führungsposition oder leitende Position ist hier nicht vorgesehen. Obwohl dies absoluter Quatsch ist.

Da Fachkompetenzen an Wert verlieren und häufig der erlernte Inhalt der Ausbildung nicht mehr zum heutigen Arbeitsmarkt passt, sind Zusatzqualifikationen von großem Wert. Durch Qualifizierungen außerhalb des Rahmenplans sticht man aus der Menge hervor und sammelt gleichzeitig noch nützliche Praxiserfahrung.

Anhand des Feedbacks der Teilnehmer lassen sich zum Schluss einige Gründe für den heutigen Fachkräftemangel finden. Ein paar Teilnehmer kritisierten, dass sich besonders traditionsreiche Unternehmen schwer tun eine Veränderung vorzunehmen und die Arbeitskultur umzustrukturieren. Andere wiederum behaupteten, sie hätten sich in ihrem Unternehmen schon für Veränderungen eingesetzt, fühlen sich aber von der Regierung im Stich gelassen. „Die Regierung solle mehr Geld in Bildung investieren, da viele Unternehmen gar nicht die benötigten Ressourcen besitzen, solch große Umstrukturierungen selbst vorzunehmen.“

Genau deswegen ist es wichtig, dass ihr bereit und in der Lage seid die Verantwortung für euer Unternehmen selbst in die Hand zu nehmen, um über den Tellerrand hinauszuschauen.

Wie anpassungsfähig ist eure Ausbildungsorganisation wirklich?
Seid ihr vorbereitet und gewappnet für die Zukunft?

All diese Ideen für Qualifizierungsmaßnahmen, die wir zusammen mit den Teilnehmern gesammelt haben, könnt ihr liebend gerne auf der APPRENTIO Community Plattform nachlesen.

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